BPW Club Berlin in der Ausstellung „Modell Bauhaus“

Dienstag, 15. September 2009, 14:28 Uhr

Beitrag von: Esser

Mitten im heißen August 2009 traf sich in den kühlen Hallen des Martin-Gropius-Baus ein munteres Häuflein kunstinteressierter BPW-Frauen inklusive Freunde und Freundinnen, um den engagierten Worten von Melanie Waldheim über die einmalige Ausstellung „Modell Bauhaus“ zu lauschen.

Diese Ausstellung birgt zum ersten Mal Schätze der drei sammlungsführenden und forschenden Bauhaus-Institute Klassik Stiftung Weimar, Stiftung Bauhaus Dessau und Bauhaus-Archiv in Berlin sowie einige Stücke aus Chicago. Über 900 Exponate, Ausstellungsstücke von Meistern und Schülern, sind chronologisch geordnet und zeigen die sehr lebendige Entwicklungsgeschichte dieser Kunstschule.

Bauhaus – das ist keine festgelegte Kunstrichtung, kein autoritärer Designstil – das ist eine revolutionäre Lebenseinstellung. Eine Kunstschule, die interdisziplinär und experimentell arbeitete, die nicht nur neue Verfahren und Materialien in Architektur und Design, sondern auch neue didaktische Unterrichtskonzepte erprobte. Die in ihren Werkstätten praxisorientiertes, an sozialen Fragen orientiertes Kunst-Werk herstellte. Und dabei innerhalb von nur 14 Jahren eine zeitlose, international anerkannte Ästhetik entwickelte, die heute noch gültig ist und uns in tausenderlei Ausformung begegnet. Z.B. bei IKEA.

Wermutstropfen sind die verbreiteten Vorbehalte gegen Frauen. Ganz zeitimmanent wurden Frauen als Schülerinnen und Meisterinnen eher geduldet als geschätzt. Ihre Chancen lagen mehr in den Betätigungsfeldern Model oder freischaffende Muse. Ausnahme war Gunta Stölzl, die die Bauhausweberei leitete.

Nach 90 Minuten waren die 19 Ausstellungsräume durchmessen. Viel zu schnell, um all das Wunderbare wie Ittens Feuerturm neben all dem Begehrlichen wie der leider nie in Serie gegangenen Weimarer Villa und dem Verwunderlichen wie diversen theatralen Experimenten in vollen Zügen genießen zu können.

Wer die Ausstellung goutieren will, kann das noch bis zum 04. Oktober 2009 tun. Aber bitte viel Zeit mitbringen. Es lohnt sich.

Text: Uta Zech

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