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Stellungnahme des BPW Germany zu Artikel in der "Süddeutschen Zeitung"
Dienstag, 13. Juli 2010
Stellungnahme des BPW Germany zum Artikel „Froh zu sein bedarf es wenig“ der Süddeutschen Zeitung vom 6. Juli 2010 sowie zur Pressemitteilung der Universität Bielefeld „Mit zweierlei Maß gemessen – Geringere Bezahlung von Frauen wird nicht als ungerecht wahrgenommen“ vom 6. Juli 2010



Frauen nicht selbst Schuld an geringerem Entgelt
Berlin. Für Missverständnisse haben Studien des DIW Berlin und der Universitäten Bielefeld und Konstanz gesorgt. Aus der Zusammenfassung der Ergebnisse wurde die Schlussfolgerung gezogen, Frauen meinten, „dass ihnen gerechterweise ein geringeres Bruttoeinkommen zusteht als Männern“. Tatsächlich weisen die Ergebnisse der angeführten Studien auf die Folgen von Geschlechterstereotypen und der Intransparenz bei der Entlohnung hin. „Mit einem Gerechtigkeitsempfinden von Frauen im Hinblick auf den Gender Pay Gap hat dies nichts zu tun“, so Elke Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin. Die Ansprüche von Frauen an ihr Einkommen sind laut Studie auch aufgrund von fest verankerten Rollenbildern geringer, wonach die vornehmliche Rolle des Mannes die Versorgung der Familie ist und der Platz der Frauen zunächst im Haushalt. Als weiterer Grund wird der Mangel an Transparenz bei den Verdiensten angeführt. Frauen, die in Haushalten leben, in denen sie ihr Gehalt mit dem ihres Partners vergleichen können, haben ein deutlich höheres Ungerechtigkeitsempfinden in Bezug auf ihr Einkommen als Frauen, die alleine leben.

„In der Debatte um Entgeltungleichheit ist es gefährlich, die Vermutung aufkommen zu lassen, Frauen seien selbst Schuld an ihrem geringeren Verdienst und würden sich bewusst mit weniger zufrieden geben“, betont Dagmar Bischof, Präsidentin der Business and Professional Women (BPW) Germany. „Die Ursachen sind vielmehr in strukturellen Benachteiligungen und in den in Deutschland so festgefahrenen Rollenstereotypen zu suchen, wonach Frauen nach wie vor lediglich als Hinzuverdienerinnen gesehen werden“, so Bischof weiter.

Dass auch Frauen anderen Frauen ein geringeres Gehalt zugestehen als Männern, weist darauf hin, dass die Rollenstereotype nicht nur in den Köpfen von Männern, sondern auch von Frauen existieren: „Die Studien zeigen, worum wir uns als Berufs-Frauennetzwerk seit Jahren bemühen, nämlich dass wir für ‚gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit’ nicht nur strukturelle Barrieren abbauen, sondern vor allem auch an den veralteten Bildern in den Köpfen von Männern und Frauen arbeiten müssen“, betont Bischof.






Weiterführende Links:

Link zum Beitrag der Süddeutschen Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/karriere/ungleiche-bezahlung-frauen-wollen-es-nicht-anders-1.970388

Link zur Pressemitteilung der Autoren:
http://ekvv.uni-bielefeld.de/blog/uniaktuell/entry/mit_zweierlei_maß_gemessen_geringere




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